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„Zurück in St. Severin – Kirchen-Raum-Erfahrung“

Heute bloggt Johannes Quirl, Pfarrer von St. Severin und seit der Gründung
2. Vorstandsvorsitzender des Vringstreff e.V.

„Kirchen-Raum-Erfahrung“

Unter dieses Thema haben wir die beiden ersten Maiwochen gestellt, in denen wir in der wiedereröffneten Kirche St. Severin (ohne Kirchenbänke!) zu Gottesdiensten, Musik, Tanz, Lichtinstallationen und in den anderen Zeiten zum einfachen Schauen, Staunen, Umhergehen, sich mit anderen austauschen usw. einladen. Unter den Angeboten u.a. für Kinder, Kleinkinder und Senioren gab es direkt am zweiten Öffnungstag – unter dem Titel  „Do simmer dabei“ – eine Entdeckungstour durch die Kirche für wohnungslose Menschen.
Fast 60 Frauen und Männer aus dem Umfeld des Vringstreffs, des Johanneshauses und der Obdachlosenseelsorge Gubbio haben sich zunächst vor der Kirche an dem im Boden eingelassenen Labyrinth getroffen. Es erinnert an ein Labyrinth, das sich jahrhundertelang in der Kirche befunden hat.

„Dass sich in der Severinskirche das nördlichste Kirchenlabyrinth befindet und was der Unterschied zwischen einem Irrgarten und einem Labyrinth ist, fand ich sehr interessant“ (Zitat von Herrn S., Teilnehmer der Entdeckungstour)

Wie an den anderen Stationen haben wir mit Geigen- und Gitarrenbegleitung gesungen, Bibeltexte gelesen, nachgedacht und gebetet. Das Gebet an diesem Ort lautete:
„Guter Gott, nicht immer geht das Leben in geraden Linien. Manches geht schief, nicht alles gelingt. Wir bitten dich: Sei bei uns in auf allen Wegen unseres Lebens, den verschlungenen und den Sackgassen, den Kreuzungen, auf denen wir uns nicht entscheiden können. Sei Du bei uns in Momenten des Aufbruchs und des Neuanfangs. Schenke uns gute WeggefährtInnen, sowie Verständnis und Geduld füreinander, damit wir uns auch in schwierigen Situationen beistehen können.“

Die Kerzenkapelle war unsere 2. Station. Jede/r durfte in ihren/seinen Anliegen eine Kerze anzünden.

„Die Begehung war sehr schön. Mir gefiel vor allem das gemeinsame Singen, Beten und der Aufenthalt im Kerzenraum. Die Ansprache von Herrn Berger und das Kerzenanzünden waren für mich besondere Momente.“ (Zitat von Frau R., Teilnehmerin der Entdeckungstour)

Zur abschließenden 4. Station haben alle Teilnehmenden im Chorgestühl von 1236 Platz genommen. Eine besondere Position, die den Teilnehmenden ein Gefühl von Stolz vermittelte, so wie sich einst die Stiftsherren gefühlt haben müssen.

 

Den Abschluss bildete – nach einem Blick auf den Severinusschrein und in die Ausgrabungen unter der Kirche – ein gemeinsames Essen und Trinken an einer langen Tafel, die wir, festlich geschmückt und gedeckt, in der Krypta aus dem
11. und 13. Jahrhundert aufgebaut hatten.


Dieses Essen fand in einer angenehmen und wohltuend gelösten Atmosphäre statt.  Das anschließende Aufräumen und Spülen war dank vieler fleißig anpackender Hände schnell erledigt. Diese Kirchen-Raum-Erfahrung war für uns alle ein ganz besonderes Erlebnis.

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