Wohnen mit Housing First

Housing First ermöglicht obdachlosen Menschen in Köln wieder ein Zuhause, mit echtem eigenem Mietvertrag. Das neue Zuhause ist Ausgangspunkt weiterführender Hilfen und einer Unterstützung für den Weg in ein hoffnungsvolleres Leben. Der Vringstreff e. V. hat Housing First 2019 nach Köln gebracht und ist seit 2020 selbst darin aktiv.

Housing First des Vringstreffs wurde bis Ende 2024 von der Stadt Köln im Rahmen eines Modellprojekts gefördert. Ab 2025 wurde der Vringstreff damit im Rahmen einer Träger-Kooperation von der Stadt Köln beauftragt – so freuen wir uns, dass nun das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie Michaelshoven, der Sozialdienst Katholischer Frauen (SkF) und der Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) und eben der Vringstreff in der Housing-First-Maßnahme der Stadt Köln aktiv sind.

Wir arbeiten im Rahmen von Housing First mit verschiedenen weiteren Akteur:innen der Wohnungslosenhilfe zusammen, mehr dazu erfahren Sie unter Netzwerk.

Was Wohnen mit Housing First konkret bedeutet

Obdachlose Menschen erhalten zuerst einen eigenen Mietvertrag mit allen Rechten und Pflichten. Im Anschluss werden ihnen unterstützende professionelle Hilfen angeboten, um die Wohnung zu halten und ihre weiteren Ziele zur Gestaltung ihres Lebens zu erreichen. Die professionellen Hilfen und Unterstützungen sind fester Bestandteil des Konzepts – allerdings sind sie freiwillig und orientieren sich eng an den individuellen Zielen und Wünschen der Mieter:innen. Anders als bei anderen Konzepten der Wohnungslosenhilfe, wie beispielsweise dem Betreuten Wohnen, sind Wohnung und Hilfen nicht unmittelbar voneinander abhängig.

Für wen Housing First in Köln in Frage kommt

Mit Housing First soll in Köln eine bestimmte Gruppe an Menschen erreicht werden, um ihnen eine Chance auf das Menschenrecht Wohnen zu ermöglichen. Dazu zählen:

  1. Menschen, die in Köln dauerhaft auf der Straße leben, oder
  2. Menschen, die ständig zwischen Notunterkünften in Köln und einem Aufenthalt auf der Straße in Köln hin- und herwechseln.

 

Wir nehmen nach und nach weitere Personen in den Kreis der Interessierten auf. Eine Warteliste führen wir nicht.
In diesem Kreis der Interessierten befinden sich Menschen, auf die die oben genannten Punkte zutreffen und mit denen wir bereits laufend im Gespräch sind, um zügig einen Einzug vorzubereiten – sobald wir für diese Menschen passenden Wohnraum gefunden haben und entsprechende Betreuungskapazitäten für den Einzug bereitstehen.

Einen Einblick, was Medien über die Housing-First-Aktivitäten des Vringstreffs berichten, finden Sie hier.

Als erster Träger in Köln begann der Vringstreff 2020, das Housing-First-Konzept umzusetzen, das Sam Tsemberis Ende der 1990er-Jahre in den USA entwickelte. Dabei sind uns Konzepttreue und eine Ausrichtung an den zentralen Prinzipien besonders wichtig. Mehr zu den Prinzipien lesen Sie hier.

Was macht Housing First anders?
Housing First versteht Wohnen als ein Menschenrecht, das man sich nicht verdienen muss oder für das man sich beweisen muss. Die angebotenen Hilfen beruhen auf Freiwilligkeit und Wahlfreiheit. Gemeinsam mit Menschen finden wir individuelle Wege, um Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern und mögliche schädigende Einflüsse zu minimieren. Zusammen entwickeln wir Perspektiven für ein hoffnungsvolleres Leben, das sich an den eigenen Zielen und Vorstellungen der Projektteilnehmenden ausrichtet.
Housing First ist damit ein weiterer (und, wie wir finden, wichtiger) Ansatzpunkt, Menschen in ihrer Lebenssituation der Obdachlosigkeit eine Zukunftsperspektive zu bieten.

Der Vringstreff e. V. brachte Housing First 2019 nach Köln

Der Sozialwissenschaftler und Koordinator des European Observatory on Homelessness, Prof. Dr. Volker Busch-Geertsema, kam im Juni 2019 auf Einladung des Vringstreffs nach Köln. Im Rahmen eines öffentlichen Diskussionsabends stellte er das Konzept und die bisherigen Erfahrungen in anderen Städten vor. In den USA, Kanada und in einigen europäischen Ländern wie beispielsweise Finnland wird der Housing-First-Ansatz mit großem Erfolg in der Wohnungslosenhilfe umgesetzt. Die Wirksamkeit wurde bereits in deutschen Städten wie Düsseldorf und Berlin eindrücklich unter Beweis gestellt. Mit seinen eigenen Housing-First-Aktivitäten ist der Vringstreff seit 2020 aktiv.

Übrigens: Im Frühjahr 2022 lief eine Spendenverdopplungs-Aktion der gemeinnützigen Bethe-Stiftung zugunsten von Housing First des Vringstreffs – unterstützt vom damaligen FC-Trainer Steffen Baumgart. Mehr dazu hier.

Mehr zu unserer Arbeit für ein Menschenrecht auf Wohnen auf dieser Website

Über die Menüleiste oben oder über die folgenden Links erfahren Sie mehr über unsere Arbeit:

Für wen eignet sich das Projekt?

Medien-Echo zu Housing First des Vringstreffs

Sie möchten uns unterstützen?

Netzwerk

Acht Housing-First-Prinzipien

Typische Fragen (FAQ)

Halten Sie sich über Aktuelles auf dem Laufenden

Folgen Sie uns, wir freuen uns auf den Austausch!