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Initiative „Freikaufen Köln“ gestartet

In Deutschland ist Fahren ohne Fahrschein eine Straftat. Mehrere tausend Menschen landen jedes Jahr im Gefängnis, weil sie sich kein Ticket für den öffentlichen Nahverkehr leisten konnten. Bis zu einem Jahr sitzen sie in Haft. Die Betroffenen sind überwiegend arbeitslos (87 %), ohne festen Wohnsitz (15 %) und suizidgefährdet (15 %).

Der Straftatbestand nach § 265a StGB wurde 1935 von den Nationalsozialisten eingeführt. Bis heute werden dadurch Menschen fürs Fahren ohne Fahrschein häufig härter bestraft als beispielsweise Menschen, die angetrunken Auto fahren.

Wir vom Vringstreff fordern, dass kein einziger Mensch wegen fehlender Tickets in Haft landen darf. Der unsägliche § 265a StGB aus dem Jahre 1935 gehört abgeschafft. Fahren ohne Fahr­schein muss entkriminalisiert werden – vielmehr muss unser Ziel sein, den ÖPNV langfristig kostenlos nutzbar zu machen.

Bis es soweit ist, handeln wir.

Unterstützer:innen der Initiative sind unter anderem Gerhart Baum & Renate Liesmann-Baum und Martin Stankowski.

Die Initiative „Freikaufen Köln“ des Vringstreff e.V. befreit vormals obdachlose und arbeitslose Menschen aus der JVA in Köln-Ossendorf, die wegen „Fahren ohne Fahrschein“ hinter Gittern sitzen. Wir sparen dem Staat sogar Geld, weil jeder Haft-Tag die Steuerzahler*innen durchschnittlich ca. 150 Euro kostet.

Unterstützen Sie diese Kampagne, helfen Sie Menschen zurück in die Freiheit, spenden Sie: 

Vringstreff e. V. bei der Sparkasse KölnBonn
IBAN DE34 3705 0198 0005 0520 48
Stichwort „Freikaufen“

 Spenden an den Vringstreff sind übrigens steuerlich absetzbar.

Für bereits in Haft sitzende Menschen kann hier ein Formular zum Freikaufen heruntergeladen werden.

Ansprechperson im Vringstreff für „Freikaufen Köln“:
Thomas Münch, Mobil 0179-4628736, thomas.muench@vringstreff.de.

 

(Foto Ticketautomat und Bearbeitung: Sabine Rupp)